unsere Geschichte
Im Herbst 1994 hatten wir - auch im Hinblick auf die Theatertage im nächsten Jahr - wieder eine Komödie geplant: "Hier sind Sie richtig" von Marc Camoletti.
Da in Ermangelung männlicher Spieler Reinhard eine Rolle übernahm, sprang Gudrun bei der Regie mit ein.
Allerdings musste bei den Szenen, in denen beide gleichzeitig auf der Bühne waren, noch jemand Drittes auf die Wirkung von Positionen und Gängen achten; zu spielen UND zu inszenieren war (und ist) beiden nicht gegeben.
Das Stück, in dem es recht turbulent zuging, lebt von klassischen Verwechslungssituationen. Die Story war aber auch zu komisch: Eine späte Dame, Mme. Brisedeau, die früher als Tänzerin glänzte ("... wir Mädels von der Music-Hall...") hat zwei Zimmer ihrer geräumigen Wohnung in Paris untervermietet: Jaqueline, eine Malerin und Janine, eine Musiklehrerin wohnen darin, außerdem gibt es noch das Hausmädchen Berthe. Alle vier Damen geben Annoncen auf. Georgette Brisedeau sucht einen Nachmieter, denn sie will aufs Land ziehen. Berthe sucht "einen fürs Herz", Janine einen Klavierschüler und Jaqueline ein Model für ihr neuestes Bild: Spartacus. Und da Anzeigentext teuer ist, benutzen alle eine Abkürzung. Madame hat als "Vorbedingung: Solide Familie!" und kürzt das ab: VSF. Berthe gibt als "Vorliebe: Sentimentale Filme" an, also VSF. Dem Klavierschüler wird "Vermittlung sicherster Fingerfertigkeit" versprochen, VSF abgekürzt, und die Malerin stellt die "Vorbedingung: Schöne Füße" und kürzt das - Sie ahnen es - mit VSF ab. Das Chaos ist perfekt, als die Interessenten kommen und natürlich an die jeweils falsche Inserentin geraten, schließlich weiß außer Berthe keine von den Annoncen der anderen. Immerhin – zum Schluss löst sich alles auf, und sowohl das Publikum als auch manche(r) Mitwirkende musste sich die Lachtränen aus den Augen wischen.